Der Wandel unserer derzeitigen Systemstrukturen in Wirtschaft, Gesellschaft und individuellem Mindset hat viele Gesichter. Mittlerweile kann man durchaus das Gefühl entwickeln, in der Flut von Beiträgen und Expertenstimmen im Kontext digitaler Transformation unterzugehen.
Gucken wir deswegen einmal aus der Vogelperspektive auf diese Informations- und Meinungsflut. Dabei fällt uns auf:
Es wird diskutiert und debattiert über…
- New Work vs. Old Work
- Digital vs. Analog
- Home-Office vs. Büro
- Jung vs. Alt
- Agil vs. Lean
- Ego vs. Eco
- Innovation vs. Tradition
- Selbstorganisation vs. Hierarchie
- Leadership vs. Management
- Improvisation vs. Planung
- Spaß vs. Leistung
Konfrontation und Isolation
Egal auf welcher Seite dieser Gegenüberstellung man sich verorten mag, jeder hat für sich relevante und gute Gründe diese Position einzunehmen und zu vertreten. Studien zeigen sogar, dass, je mehr man mit gegensätzlichen Meinungen und Ideologien konfrontiert wird, desto mehr festigt sich die bisherige Haltung. Parallel dazu bilden sich soziale Filterblasen, die sich permanent selbst in ihrer Meinung bekräftigen.
Der Teufelskreis ist perfekt: Die eigene Meinung wird immer stärker und lauter und dies führt dazu, dass die gegenteilige Meinung immer stärker und lauter wird. Gemeinsame Nenner und Perspektiven schwinden. Kommen wir so als Unternehmen, Gesellschaft und Mensch wirklich weiter oder befeuern wir dadurch den Stillstand?
Botschaft und Kontext
Menschen sind keine informationsverarbeitenden Maschinen, sondern in Kontexten wahrnehmende und agierende Wesen. Die Frage „Wie geht es Dir?“ kann eine fundamental andere Wirkung haben, stelle ich sie einem Angehörigen im Krankenhaus oder einem Kollegen zu Arbeitsbeginn.
Kommunikation und Verhalten lässt sich nicht in Nullen und Einsen kodieren. Blenden wir in Diskursen den Kontext aus, so fallen Botschaft und Kontext (Metabotschaft) unter Umständen auseinander. Dies kann unerwünschte Nebeneffekte bezüglich der intendierten Wirkung haben.
Hierzu einige Beispiele:
- Die Aufforderung des Chefs „Wir duzen uns jetzt alle“, während alle Mitarbeitenden im depersonalisierenden Dress-Code um den sterilen Konferenztisch sitzen
- Das Management von Innovation. Innovation ist per Definition das Ausbrechen von Standards und kann nicht durch standardisierte Maßnahmen geplant und gesteuert werden (Siehe Blog zu Innovationsmanagement)
- Der Wunsch nach „Teamwork“, während alle Teammitglieder individuelle Bonusanreize erhalten oder im internen Konkurrenzkampf miteinander stehen
- Die Förderung von eigenverantwortlichem und lebenslangem Lernen in verpflichtenden Schulungen und Trainings
- Der Appell nach mehr Vertrauen bei struktureller Informationsintransparenz
- Die Vorgabe eines „Purpose“ oder „Werten“.
Der Wunsch nach Transformation und das Führen von polarisierenden Debatten
Zu jedem der oben genannten Punkte ließe sich ein eigener Beitrag verfassen. Mit Blick aus der Vogelperspektive auf die Diskurskultur zum Thema Transformation steht in diesem Beitrag jedoch ein weiterer bedeutender Widerspruch zu Botschaft und Kontext (Metabotschaft) im Mittelpunkt: Der Wunsch nach Transformation und das Führen von polarisierenden Debatten.
Wenn ich kontextfreie Debatten im Sinne des „Entweder-Oder“ führe (z.B. Agil vs. Lean) erreiche ich wie geschildert mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht das Ziel der Transformation sondern eher Stillstand. Das Wesen der Transformation, so wie wir es bei VORSPRUNGatwork verstehen, ist zudem im Kern kein abgrenzendes, sondern ein integrierendes. Oder besser gesagt ein abgrenzendes UND integrierendes. Ein Widerspruch vereinendes „Sowohl-als-auch“.
Denn genau darum geht es doch im Kontext VUCA. Wir müssen lernen Widersprüche zu integrieren und mit Ambivalenzen produktiv umzugehen, statt neue reduktionistische und kontextblinde Ideologien zu schaffen, die zwar neue Vorteile aber auch genauso viele Nachteile mit sich bringen.
Lasst uns also auch unsere Diskurskultur auf die nächste Ebene heben und transformieren. Nicht „statt“ den vorhandenen Debatten, sondern ergänzend dazu.
Lasst uns also hierüber in einen verbindenden und konstruktiven Austausch kommen. Bist Du dabei?
- Digital UND Analog
- Home-Office UND Büro
- Jung UND Alt
- Agil UND Lean
- Ego UND Eco
- Innovation UND Tradition
- Selbstorganisation UND Hierarchie
- Leadership UND Management
- Improvisation UND Planung
- Spaß UND Leistung
Uvm.
Klar, ohne Kunden gäbe es kein Unternehmen. Kunden legitimieren damit die Existenz eines jeden Unternehmens. Doch wer den Kunden immer an erster Stelle verortet, der tut selbst dem Kunden nicht immer einen Gefallen. Geschweige denn sich selbst!
Wer den Kunden nämlich permanent an erste Stelle stellt, leidet früher oder später an Überforderung und Orientierungslosigkeit. Jeder Wunsch wird erfüllt, jede Ausnahme gewährt, jeder Prozess so angepasst, dass Schritt für Schritt immer unklarer wird, wofür man als Unternehmen eigentlich steht.
Wer dem Kunden wirklich dienen möchte, positioniert sich selbst an erster Stelle!
Zuerst kommt nämlich die stabile eigene Unternehmensidentität, aus der heraus dem Kunden ein starkes Angebot bereitet werden kann. Wenn ein Unternehmen nicht sicher weiß, wer es ist und wofür es steht, kann niemand Vertrauen zu ihm entwickeln.
In Zeiten wachsender Dynamik frage dich also seltener, was der Kunde jetzt braucht. Frage dich lieber, wer du heute bist und morgen sein willst.
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