Warum man Innovation nicht lernen kann

Sicherlich bist du neugierig auf die Auflösung unseres Rätsels. Für uns vervollständigt der Begriff „Innovationsmanagement“ die Reihe, denn ebenso wie zum Beispiel „Fleischkäse“ ist das Wort zusammengesetzt aus zwei Begriffen gegensätzlicher oder weit auseinanderliegender Bedeutung – ein sogenanntes Oxymoron. 

Innovation. 

Geben wir es zu, wir alle wünschen uns ein bisschen mehr davon. Innovation ist neu, aufregend und abenteuerlich. Einfach anziehend.  

Auf der Suche nach ihr verhalten wir uns schon auch mal etwas unbeholfen. Hier ein Brainstorming, da ein Design-Thinking Workshop und selbstredend der immer wohl gemeinte Appell der Führungskraft: „Bei uns ist alles erlaubt, hier wird nicht bewertet“.  

Mit dem richtigen Prozess und der richtigen Methode muss sie doch irgendwo zu finden sein, die Innovation! Meinen wir. Oder kann es sein, dass wir aufgrund der vielen wohlgemeinten Unterfangen den Wald vor lauter Bäumen – oder anders gesagt – die Innovation vor lauter Ideen nicht sehen? 

Wir bei VORSPRUNGatwork sind uns sicher: Die meisten Unternehmen sind gut darin Ideen zu haben. Doch die Erforschung von Innovation zeigt auch, dass die initiale Idee nur einen Bruchteil einer anwendbaren und nutzenstiftenden Innovation ausmacht. Der Großteil beinhaltet den Weg der Verwirklichung einer Idee vom Gedanken hin zur effektiven und nachhaltigen Problemlösung, die für viele Menschen kontinuierlich wirkt.

Auf diesem Weg scheitern Unternehmen immer häufiger an ihrer eigenen Realität, an den Strukturen und Verhaltensweisen, die sie sich geschaffen bzw. erlernt haben. 

Diese Umsetzungsblockaden vermindern nicht nur Effizienz und Effektivität. Indem sie motivierte Mitarbeitende frustrieren, produzieren sie Langzeitschäden, die sich in einer häufig nur schwer revitalisierbaren Belegschaft äußern und langfristig Wertschöpfung entschieden verhindern. Kommt dir das bekannt vor? 

Innovationen setzen immer auch eine Veränderung der organisationalen Rahmenbedingungen voraus. Komplexere und differenziertere Märkte zwingen Unternehmen dazu, diese immer schneller und immer häufiger zu verändern. Entsprechend steht für die meisten Unternehmen auf dem freien Markt eine Transformation zur permanent wandlungsfähigen Organisation an.

Sind die Rahmenbedingungen einer Organisation hochdynamisch und transformierbar, so können immer wieder neue Räume für Gestaltung und Innovation geschaffen werden, um gänzlich neue Produkte und Lösungen zu erzeugen. Rahmenbedingungen dürfen sinnvolles Beitragen nicht begrenzen, sondern sollten es ermöglichen. Hier stößt Management an seine Grenzen, denn bei Innovation handelt es sich um einen emergenten Prozess, der aus dem Menschen selbst heraus entsteht. Management ist das effiziente Steuern des Bekannten. Innovation ist der Umgang mit dem Neuen und Unbekannten. Das Neue entsteht aus dem Mitarbeitenden heraus. Innovation kann deshalb nicht verordnet und gesteuert, sondern nur ermöglicht werden. Wie sollte eine derartige Anweisung auch aussehen – „sei innovativ! “?.

Bei Innovation ist also Transformation gefragt: Die kontinuierliche Entwicklung von förderlichen Rahmenbedingungen zur individuellen Potenzialentfaltung für die Unternehmensentwicklung. Findet individuelle Potenzialentfaltung in vertrauensvollen und vernetzten Beziehungen statt, befördert sich das individuelle Lernen und Entwickeln im Team wechselseitig. Die Potenziale der Mitarbeiter im Unternehmen entfalten sich dann exponentiell. Mitarbeitende werden selbst zum Gestalter des Unternehmenssystems – zum Unternehmer im Unternehmen.  

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