Scheitern vorprogrammiert

Was hörst du? Yanny oder Laurel?

Der heutige Impuls beschäftigt sich mit der täglichen Herausforderung der Kommunikation. Führung bedeutet Kommunikation, doch Kommunikation kann aus vielen Gründen scheitern. Insofern ist es umso wichtiger, sich der Fallstricke in der Kommunikation bewusst zu sein.

Denn eines ist sicher: Wir können nicht nicht kommunizieren.

Doch bevor wir uns ansehen, was Erfolg oder Misserfolg von Kommunikation ausmacht, reflektiere für dich zunächst folgende Frage:

Kommunikation gelingt, wenn der Empfänger…

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Stimme ab und erfahre, was deine Kollegen denken.

Auf der bisherigen Expeditionsreise haben wir wiederholt das Thema ‚Kommunikation‘ anklingen lassen, ohne hierauf näher einzugehen.

So haben wir die Führungsaufgabe ‚Orientierung ermöglichen‘ beleuchtet – und damit Kommunikation als eine der zentralen Aufgaben von Führung hervorgehoben.

In diversen Impulsen haben wir herausgearbeitet, dass bei Komplexität kleinteilige Delegation wenig effizient und effektiv ist. Stattdessen sind Mitarbeitende immer wieder in Abstimmungsprozessen, mit und ohne Vorgesetzten, um auf Unerwartetes eine angemessene Reaktion zu finden.

Und, wir sind auf dieser Expedition ebenfalls in Kommunikation. Wir senden euch Impulse, ihr reagiert und diskutiert im Gruppenchat. In den Buddy-Dialogen steht der Austausch und damit die Kommunikation im Mittelpunkt. Und selbst der Content Pool ist eine Form der Kommunikation. Wir tun es also täglich, doch – wie gut sind wir darin?

Es ist also Zeit, dass wir uns dem spezifischen Thema Kommunikation stellen.

Männer sind vom Mars, Frauen von der Venus? Die Missverständnisse zwischen Männern und Frauen sind in aller Munde 😉. Doch auch im beruflichen Alltag entstehen unbewusst Reibung und Konflikte durch Kommunikation, die mit etwas Aufmerksamkeit nicht vermieden, jedoch schnell behoben werden können.
Hierzu erst ein wenig Theorie:

Ein bekanntes Konzept ist das Modell der 4-Seiten-einer-Nachricht von Schulz von Thun.

  • Jede Nachricht hat Sender und Empfänger. Entscheidend für das Gelingen der Kommunikation ist vor allem das, was beim Empfänger ankommt.
  • Jede Nachricht hat vier Seiten oder Ebenen:
    • Sachebene
    • Appellebene
    • Selbstoffenbarungsebene
    • Beziehungsebene

 

Die Kommunikation auf den drei letzten Ebenen ist zumeist implizit und kann daher leicht missinterpretiert werden.

Nachdem die Sache mit dem Klopapier daheim nun unfallfreier gelöst werden kann, zurück zur Frage: was nützen uns diese vier Seiten im beruflichen Alltag? Da sollte doch klar sein, dass es um die Sachebene geht?!

Eben nicht.
Betrachten wir folgende Aussage: ‚Der Kunde ‚Meier‘ ist für elobau extrem wichtig.‘

Nun fügen wir dieser Aussage etwas Kontext hinzu:

Der Satz wird im Rahmen einer Besprechung, in der die Ausrichtung des Produktportfolios für die nächsten Jahre diskutiert wird, vom Leiter Vertrieb zu einem Produktmanager gesagt.

Mögliche implizite Aussagen sind:

  • Die Produktwünsche des Kunden sind vor anderen zu priorisieren. (Appellebene)
  • Ich habe überlegenes Wissen, ich kann die strategische Ausrichtung von elobau besser einschätzen. (Selbstoffenbarungsebene)
  • Ich habe eine höhere Funktion als du, meine Worte haben (mehr) Gewicht. (Beziehungsebene)

 

Ebenso möglich ist, dass der Sender die folgenden Botschaften aussenden möchte:

  • Lass uns eine gute Lösung für elobau und den Kunden finden. (Appellebene)
  • Ich teile Informationen mit dir, weil ich mir unsicher bin, ob du diese Informationen hast. (Selbstoffenbarungsebene)
  • Und ich brauche deine Informationen, damit wir partnerschaftlich die Lösung erarbeiten. (Beziehungsebene)

Da neben den Worten auch Tonfall, Gesichtsausdruck, Körperhaltung in die Kommunikation einspielen, ist es kein Wunder, dass zwischen dem Senden und dem Empfangen Welten liegen können. Dies fällt in einer zunehmend auch virtuellen Arbeitswelt zusätzlich ins Gewicht.

Umso mehr Respekt all denen, die durch ihre Aufmerksamkeit auf die Kommunikation an sich mithelfen, mehr gemeinsames Verständnis entstehen zu lassen und Missverständnisse aus der Welt zu schaffen.

Wir halten fest:

  • Man kann nicht nicht kommunizieren.
  • In der Kommunikation gibt es kein richtig und falsch, sondern nur gelingend u